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Normung vernetzt Zukunft

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Roland Bent

„Fördern der Unfallverhütung im Interesse der Sicherheit der Allgemeinheit und des Verbraucherschutzes, insbesondere der Anwender von Erzeugnissen der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik und Informatik, zum Schutz vor Gefahren für Leib und Leben, Sachwerte, Umwelt und sonstige Werte“, so ist es in der VDE-Satzung zu lesen. Dieses grundlegende Ziel, die Sicherheit des Menschen im Umgang mit Elektrizität zu gewährleisten, wird maßgeblich durch die elektrotechnische Normung erreicht. Aus diesem Leitgedanken hat sich in den letzten 120 Jahren ein umfangreiches Normenwerk entwickelt. Während die VDE 0100 zur sicheren Errichtung von Niederspannungsanlagen die Mutter aller VDE-Normen ist, entstanden in den folgenden Jahrzehnten spezifische Normen für die unterschiedlichsten elektrotechnischen Anwendungsgebiete.

Begründet im rasanten technischen Fortschritt, insbesondere der letzten 20 Jahre, haben wir es heutzutage mit vielen hoch systemischen Technologien und Anwendungskomplexen wie Smart Grid, Industrie 4.0 oder Elektromobilität zu tun. Technologiekonvergente Querschnittsthemen wie z. B. die Informationssicherheit ziehen sich dabei durchgängig durch alle Anwendungen. Gerade in diesen komplexen Themen bilden Normen von Anfang an ein wichtiges Grundgerüst und geben Orientierung. Sie vernetzen die einzelnen technischen Schwerpunkte zu den großen Themen von heute. Gemeinsam erstellte Normen erfordern eine disziplinübergreifende Zusammenarbeit und vernetzen zum Beispiel Akteure aus so unterschiedlichen Bereichen wie Medizin, Ingenieurwissenschaften, Soziologie und Wirtschaft zu einer Arbeitsgemeinschaft im Bereich Active Assisted Living. Dies gilt auch für den Bereich Industrie 4.0, in dem Maschinen- und Anlagenbauer mit Automatisierungstechnikern und IT-Spezialisten Hand in Hand arbeiten. Bei derartigen Querschnittsthemen sind konsensbasierte Normen und Spezifikationen eine entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung neuer Konzepte und Technologien. Aber nicht nur der technologische Wandel spielt eine Rolle. Zunehmend ändern sich auch die normungspolitischen Rahmenbedingungen. Dabei werden immer wieder Forderungen nach mehr Transparenz, geringerer Durchlaufzeit und frei verfügbaren Normen laut. Um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern, ist ein effizientes, fortlaufend optimiertes Normungssystem für die elektrotechnische Normung ein zentrales Element, und es müssen Antworten auf das „Wie“ gefunden werden. Antwort darauf sind beispielsweise Normungs-Roadmaps. Mit dem Anspruch, gemeinsam erarbeitete Ergebnisse interessierten Kreisen – auch der Politik – zur Verfügung zu stellen, entstehen innerhalb der wichtigen Anwendungskomplexe immer häufiger durch die Technischen Experten der DKE solche Publikationen. Sie greifen aktuelle Entwicklungen auf, fördern das gemeinsame Verständnis bzw. sensibilisieren für Bereiche anderer, sie ebnen den Weg zu ganzheitlichen Lösungen, zeigen den Bedarf an Normen und Spezifikationen auf und dienen als strategische Vorlage für die europäische und internationale Normungsarbeit. Mit dieser Herangehensweise an eine branchenübergreifende Normung und Standardisierung stellt sich die DKE der Herausforderung der technologischen Entwicklung.

Die Zukunft bringt aber auch noch andere Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Hier lassen sich geeignete Antworten zum Beispiel durch den zielgerichteten Einsatz moderner IT-Werkzeuge, Prozess- oder Organisationsoptimierungen finden. Mit dem DKE-internen Programm „Normung 2020“, in dessen Mittelpunkt die strategische Ausrichtung und kontinuierliche Weiterentwicklung der Leistungen der DKE für die Normanwender und die Technischen Experten steht, werden Themen wie Content Management, Online-Kommunikation oder Normen-Management beraten und bearbeitet.

Wir denken über neue Formen der Gremienzusammenarbeit, der Online-Normbearbeitung oder -Kommentierung nach. Wir installieren Werkzeuge wie das Use Case Management Repository als Grundlage für neue Normungsansätze. Zur Verbreitung normungsrelevanter Informationen und zur Wissensvermittlung nutzen wir neue Kommunikationskanäle wie Social Media oder Webinare. Mit der Sicherheit als Ziel und dem Wissen um die Technologien von morgen meinen wir –

NORMUNG VERNETZT ZUKUNFT

Bent
Roland Bent, Vorsitzender der DKE