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Logo VDE / DKE Jahresbericht 2015 Normung vernetzt Zukunft

SICHERHEIT UND EFFIZIENZ FÜR SPRAYER

Wer bei Sprayern in erster Linie an Graffitis denkt, vergisst die vielfältigen industriellen Einsatzgebiete beim Beschichten eines großen Spektrums an Produkten. Beispielsweise im Automobilbau, im Werkzeugmaschinenbau oder bei anderen Serienprodukten auch für den Consumer-Bereich kommen ortsfeste elektrostatische Sprühanlagen zum Einsatz, bei denen sich im Betrieb keine Anlagenbediener in den Lackierkabinen aufhalten. Eine Verbesserung der Wirkungsgrade solcher Anlagen war daher einfach zu erzielen: durch Erhöhen der Beschichtungsstoff- und Lösemittelkonzentration sowie durch Erhöhen der Entladeenergien und des Hochspannungsstromes beim Lackiervorgang in der geschlossenen Lackierkabine. Werden die Produkte größer und passen nicht mehr so einfach in Lackierkabinen oder –straßen, wie beispielsweise im Schiffbau, oder werden die Serien kleiner bis hin zur Losgröße eins, sind zunehmend Handsprühgeräte das Mittel der Wahl.

Sprayer im Einsatz

Will man auch Handsprühgeräte energie- und ressourcensparender und damit umweltfreundlicher gestalten, sind die oben genannten Möglichkeiten sehr eingeschränkt nutzbar. Der Bediener hält die Sprühpistole in der Hand und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Sprühbereiches, ist also der potenziellen Gefährdung direkt ausgesetzt. Insbesondere die mögliche Gefährdung durch gefährliche Körperströme gilt es zu berücksichtigen.

Grundlage für derartige Betrachtungen ist die DIN-IEC-Vornorm „Wirkung des elektrischen Stromes auf Menschen und Nutztiere“, deren Grenzkurven der gefährlichen Körperströme nicht überschritten werden dürfen. In einer Versuchsreihe der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) wurden die momentan verwendeten elektrostatischen Sprühpistolen auf die Einhaltung dieser Grenzkurven untersucht. Es konnte festgestellt werden, dass die Grenzkurven der Vornorm deutlich unterschritten werden. Durch diesen großen Abstand zu den Grenzkurven ergibt sich die Möglichkeit, den Betriebsstrom der Handsprühpistolen zu erhöhen und dadurch den Wirkungsgrad zu verbessern. Hierbei kann dennoch ein deutlicher Abstand zu den Grenzkurven eingehalten werden, um eine Gefährdung der Bediener zu verhindern.

Bei den kommenden Beratungen des zuständigen technischen Gremiums auf europäischer Ebene sollen diese Erkenntnisse den anderen nationalen Komitees vermittelt werden, um die Akzeptanz für diese neue Betrachtungsweise zu erhöhen und bei den weiteren Arbeiten berücksichtigen zu können.

Kontakt
Haß, Peter
+49 69 6308-247
peter.hass@vde.com