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Logo VDE / DKE Jahresbericht 2014 Digitale Gesellschaft Wandel wird Standard

Vorwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Hofheinz es ist noch gar nicht so lange her, dass digitale Zahlen in unseren Haushalt Einzug hielten. Während sich die klassische Armbanduhr oft zum reinen Schmuckstück gewandelt hat, erhielten andere Uhren mit Zeigern anstelle eines Ziffernblattes eine LCD-Anzeige, auf der die Uhrzeit ganz direkt ohne „halb“ und „viertel“ abge- lesen werden konnte. Gleichzeitig ersparte die kleine Knopfzellenbatterie dem Besitzer die Notwendigkeit, die Uhr täglich aufzuziehen. Innerhalb kurzer Zeit gab es sie plötzlich überall. Digitale Anzeigen auf dem Ta- schenrechner, dem Fernseher oder am Radio. Das Armaturenbrett der Fahrzeuge oder Bedienungseinheiten in der Industrie oder Wissenschaft. Beinahe täglich hat die Technik sich weiterentwickelt. Großrechner mit Terminal wurden kleiner. Sie benötigten keine eigenen Gebäude und Räume mehr, sondern passten irgendwann in ein gut zu transportierendes Gehäuse auf oder unter den Schreibtisch und schließlich sogar in eine Hosentasche. Unsere heutigen Tablets und Smartphones haben eine Rechenleistung, die noch vor wenigen Jahrzehnten als Fiktion angesehen wurde. Sie sind Multitalente, bestehend aus Telefon mit integriertem Fotoapparat, Radio, Fernseher, Lexikon, Taschenrechner, Kalender, Postkasten, Bücherei, Spielesammlung, Wetterstation, Tageszeitung und vielem mehr.

Spätestens diese smarten Geräte haben unsere Gesellschaft verändert. Wir scheinen plötzlich auf Tastendruck allwissend, können wir doch jede Frage in kürzester Zeit mit Hilfe des parallel entstandenen Internets lösen, indem wir uns im Netz informieren. Die Kommunikation hat sich verändert. Noch vor vierzig Jahren war keineswegs in jedem Haushalt ein Telefon vorhanden. Wer einen Brief schrieb, wartete zwei Wochen auf Antwort. Heute mobilisieren wir innerhalb kürzester Zeit übers Internet Menschen, sich unseren Themen anzuschließen, sie zu „liken“ oder an Partys, Kundgebungen, Protestmärschen oder Flash Mobs teilzunehmen. Wir sind aktiver und finden leichter Gleichgesinnte. Das bringt Vorteile, birgt aber auch Gefahren. Durch die Veränderung des Handels hin zu immer mehr Internetgeschäften und Produktion individueller Einzelstücke versteppen Innenstädte und Geschäftsstraßen. Der Handel wird unpersönlicher und der so wichtige zwischenmenschliche Aspekt kommt oft zu kurz.

Im Bereich der Elektrotechnik ist die DKE maßgeblich an den technischen Veränderungen beteiligt. Wenn es um den technischen Fortschritt und seine Innovationen geht, stehen wir in der ersten Reihe und gestalten maßgeblich die Zukunft mit. Gerade Normen und Standards sind Wegbereiter für langfristig erfolgreiche Produktideen. In unserer modernen Welt mit ihren immer komplexeren Technikthemen ebnen sie den Weg für Innovationen und schaffen transparente Märkte. Sie definieren einheitliche Schnittstellen und garantieren damit die Austauschbarkeit, das Zusammenspiel und die Kommunikation verschiedener Komponenten bzw. Akteure auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

Und gerade im Bereich der konvergenten Technologien und smarten Zukunftsthemen, wo ganze Systeme betrachtet werden müssen, sind eng aufeinander abgestimmte Normen und Spezifikationen wichtiger als je zuvor. Die DKE hat bereits frühzeitig diesen Systemgedanken aufgegriffen und als treibende Kraft auf die Einführung von Systemkomitees auf IEC-Ebene hingearbeitet, als Antwort auf die wachsende Komplexität von Querschnittsthemen.

Technik verändert die Umwelt, die Gesellschaft sowie die einzelnen Menschen. Neue Normen und Standards entstehen und alte werden angepasst. Die Welt wandelt sich und

Wandel wird Standard.

Hofheinz
Wolfgang Hofheinz

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