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DCSich – Gleichstromsicherheit

Gleichstromsicherheit Der Bereich der Niederspannung (Wechselspannungen bis 1 000 V und Gleichspannungen bis 1 500 V) spielt für die elektrische Sicherheit eine besondere Rolle, da die meisten von Laien bedienten Geräte in diesem Spannungsbereich betrieben werden. Aufgrund seiner großen Dominanz wurde in den vergangenen Jahren das Hauptaugenmerk des Schutzes vor elektrischem Schlag auf die Sicherheit in Wechselspannungsanwendungen gelegt.

Mit den neuen Anwendungen (z. B. in der Elektromobilität oder Fotovoltaik) nimmt jedoch der Einsatz von Gleichspannungen stark zu. Und auch im gewerblichen Bereich sind Anwendungen von Gleichspannungen schon weit verbreitet. Die Berufsgenossenschaft verzeichnete alleine im Jahr 1969 in der Bundesrepublik Deutschland diesbezüglich fast 350 Stromunfälle. Bis 1980 wurde ihre Anzahl auf ca. 100 pro Jahr verringert und schwankt seit der Wiedervereinigung zwischen 100 und 150 jährlich. 90 % dieser Gleichstromunfälle entfielen auf den Niederspannungsbereich.

Normen zum Schutz des Menschen vor Gefährdungen durch elektrische Spannungen sind mit die wichtigsten Quellen für richtiges Handeln. Genau dort setzte die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Untersuchung „DCSich – Auswirkungen von Gleichstrom auf den menschlichen Körper im Rahmen der Elektromobilität und versorgender DC-Infrastruktur“ an. Gemeinsam mit dem Forschungs- und Transferzentrum Leipzig und dem VDE-Ausschuss „Sicherheits- und Unfallforschung“ hat die DKE analysiert, ob die derzeitigen Sicherheitsanforderungen, Schutzkonzepte und Grenzwerte auch für die neuen Anwendungen ausreichend oder aber zusätzliche Anforderungen oder modifizierte Schutzkonzepte und Grenzwerte erforderlich sind.

Durch ihre Projektbeteiligung von Beginn an, stellte die DKE eine reibungslose Überführung der Ergebnisse in die entsprechenden Normungsgremien auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene sicher. Zusätzlich wurde eine Reihe von Workshops veranstaltet und Veröffentlichungen erarbeitet, mit denen die Fachöffentlichkeit über die Ergebnisse informiert wurde.

Im Anschluss an das Ende November 2014 abgeschlossene Projekt werden die Erkenntnisse in einer Normungs-Roadmap gebündelt, in der alle von der Thematik betroffenen Bereiche adressiert sein werden.

Kontakt
Boos, Henriette
+49 69 6308-460
henriette.boos@vde.com