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CENELEC

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Unabhängiger Review und Vademecum zur Normungsverordnung 1025/2012 durch die EU Kommission

Bereits ein Jahr nach dem Inkrafttreten der neuen EU-Normungsverordnung 1025/2012 wurde durch die Beratungsgesellschaft Ernst & Young eine unabhängige Überprüfung hinsichtlich der Wirksamkeit der Normungsverordnung gestartet. Neben der Befragung von Mitgliedern der europäischen und nationalen Normungsorganisationen, wurden die an der Normung beteiligten Kreise mit eingebunden, um zu prüfen, inwieweit die Ziele gemäß der Normungsverordnung umgesetzt wurden. Nach einer Online-Befragung im November 2014 ist ein erster Bericht Anfang 2015 zu erwarten.

Mit der Einführung der Normungsverordnung hat die Europäische Kommission auch die Überarbeitung des Verfahrens-Handbuchs (Vademecum) für die Kommissionsmitarbeiter gestartet. Dieses Handbuch beschreibt die allgemeine Verfahrensweise bei der Erstellung von europäischen Normungsaufträgen (Mandate) durch die Kommission und die Aufgaben der europäischen Normungsorganisation CEN, CENELEC und ETSI zur korrekten Erfüllung der Mandate. Der erste Entwurf des Vademecums von der EU Kommission wurde seitens der Industrie und der Normungsorganisation sehr stark kritisiert. Der vorgelegte erste Entwurf des Vademecums würde die Normung in Europa noch stärker formalisieren und die Freiwilligkeit bei der Erstellung von Normen sehr stark einschränken. Durch die starke Kritik hat die Kommission eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet, um die Belange der Privatwirtschaft besser zu berücksichtigen.

Neue EU-Richtlinien im Bereich der Elektrotechnik

Die neue Niederspannungsrichtlinie (LVD) 2014/35/EU wurde durch das Europäische Parlament und den Rat im Februar 2014 verabschiedet. Die technischen Anforderungen für die Bereitstellung elektrischer Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen auf dem Markt haben sich dabei nicht geändert, allerdings ist die Richtlinie nun an den Neuen Rechtsrahmen (NLF) angepasst. Für die Normung unter der LVD-Richtlinie bedeutet dies, dass für neue oder abgeänderte Normen ein sogenannter Anhang ZZ erstellt werden muss, der den Erfüllungsgrad der Norm mit den wesentlichen Anforderungen der Richtlinie beschreibt.

Neben der Niederspannungsrichtlinie wurde auch die neue EMV Richtlinie 2014/30/EU verabschiedet. Die EMV-Richtlinie begrenzt elektromagnetische Emissionen von Geräten, um sicherzustellen, dass solche Geräte bei vorgesehener Nutzung weder Funk und Telekommunikation oder andere Geräte stören. Die Richtlinie reguliert auch die Störfestigkeit solcher Geräte gegenüber Interferenzen und zielt darauf ab, dass solche Geräte bei vorgesehener Nutzung nicht durch Funkausstrahlungen gestört werden. Beide Richtlinien gelten ab dem 20. April 2016.

Generalversammlungen in Istanbul

Auf Einladung des Türkischen Normungsinstituts (TSE) fanden am 11. Juni 2014 in Istanbul die 2. Gemeinsame Sitzung der CEN und CENELEC Generalversammlungen, die 54. CENELEC Generalversammlung (CENLEC AG) und die 41. CEN Generalversammlung (CEN AG) statt. Am Vortag konnten sich die Teilnehmer des 3. Europäischen Normungsgipfels über das Thema „Silver Economy“ informieren. Die CENELEC AG war aus deutscher Sicht geprägt durch die Wahl von Dr. Thies zum neuen CENELEC Präsidenten (2016 bis 2018). Ab Januar 2015 übernimmt er bereits die Rolle des President Elect.

Aufgrund der 20-prozentigen Kürzung der finanziellen Mittel durch die EU Kommission für die europäische Normung, wird eine zunehmende Fokussierung der Schwerpunkte erforderlich sein. Hierfür wurde eine Arbeitsgruppe „CENELEC Purpose“ der Generalversammlung eingerichtet, die bereits Ende 2014 einen Vorschlag für die zukünftige Ausrichtung des CENELEC erarbeitet hatte. Dieser Vorschlag beinhaltet eine noch stärkere Nähe zur IEC und Verschlankung aller Prozesse, um die elektrotechnische Normung komplett auf internationale Belange der Industrie auszurichten.

Kooperationen:

Im Rahmen der IEC Generalversammlung in Tokyo hat CEN, CENELEC und die japanische Normungsorganisation JISC ein Kooperationsabkommen abgeschlossen, um die gegenseitige Unterstützung im Hinblick auf die Arbeit der internationalen Normungsorganisationen ISO und IEC zu verstärken und den Abbau technischer Handelshemmnisse zu unterstützen. Durch diese Erleichterung des Handels zwischen Japan und Europa würde auch die erfolgreiche Umsetzung einer ambitionierten und gegenseitig vorteilhafte Handelsabkommen zwischen der EU und Japan, die derzeit verhandelt wird, profitieren.

Mandate

Eines der wesentlichen Mandate im Jahre 2014 ist der Normungsauftrag zur Unterstützung der EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Die Kommission beauftragte dabei die europäischen Normungsorganisationen Instrumente zu entwickeln (z. B. Leitfäden oder andere Arten von Unterlagen), die sicherstellen, dass die Anpassung an den Klimawandel – wo erforderlich – in europäischen Normen systematisch berücksichtigt wird. Ziel dabei ist, die Resilienz der Infrastruktur, für die sie gelten, gegenüber dem Klimawandel zu verstärken. Dies betrifft im Besonderen die Sektoren Verkehr, Energie und Gebäude/Bauwesen (zum Beispiel Maßnahmen, um unterspülte Bahntrassen zu verhindern). Auch die IKT-Infrastrukturen, die mit den vorgenannten Sektoren eng vernetzt sind und zu deren Funktionieren beitragen, müssen in dem Maße berücksichtigt werden. Aus der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass eine funktionierende IKT-Infrastruktur das Rückgrat für eine optimale Unterstützung in einem Katastrophengebiet bildet.

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INTEC